Stefan und sein Auto: Konzerthalle auf vier Rädern

Autos sind nicht nur Fortbewegungsmittel, sondern Bastelobjekte für Autoliebhaber und ein Teil von Sportveranstaltungen. Sie werden zu Monstertrucks, Rennautos, Dragsters und zu „Konzerthallen auf Rädern“ umgebaut. Mit einer „Konzerthalle auf vier Rädern“ meine ich keine neue Erfindung, sondern ein Auto, in dessen Innenraum eine so laute Musikanlage eingebaut ist, dass man fast denken könnte, man säße bei einem Konzert nur wenige Meter von den Boxen weg. HiFi-Tuning ist auch ein Hobby von Stefan, mit dem ich mich über dieses Thema unterhalten habe. Der 19-jährige Kfz-Mechaniker bastelt in seiner Freizeit gerne an seinem Auto herum, die Anlage hat er immer wieder verbessert und umgebaut. In seinen Kofferraum kommen nur Verstärker, Boxen, Subwoofer (Bass-Boxen) und Kabel ... was nicht gerade billig ist.

ZN: Wie viel ist deine derzeitige Anlage denn wert?
Stefan: Die zurzeit verbaute Anlage ist so zwischen 2.000.- und 3.000.- Euro wert.

Stefan hat die Dezibel, die seine Anlage hergibt, messen lassen.

ZN: Was ist bei dieser Messung herausgekommen?
Stefan: 132 Dezibel, aber die Anlage war nicht mal voll aufgedreht, ich hatte Schiss um meine Woofer. Zwei hab ich schon geschossen (die Membranen sind geplatzt).

ZN: Und wie viel Watt hat die Anlage ungefähr?
Stefan: Um die 2.000 Watt.

ZN: Das muss doch ein enormer Lärm sein, wie laut kann man sich das vorstellen?
Stefan: In etwa so laut wie ein startendes Flugzeug. Bei meinem ersten Auto hat sich die Heckscheibe gelockert, wegen dem zu hohen Bassdruck. Mein Handy hupft ungefähr 5 cm hoch, wenn es auf dem Dach liegt.

ZN: Weißt du, bei was der deutsche Rekord betreffend der dB und Watt liegt ?
Stefan: 10.800 Watt und ca. 155 dB. Da würde ich gerne herankommen.

ZN: Willst du noch was über deine Anlage loswerden?
Stefan: Ja, die Anlage zieht so viel Saft, dass am Abend die Scheinwerfer mit dem Bass zucken.

ZN: Noch eine Frage zum Schluss: Was für Musik hörst du im Auto?
Stefan: Alles, was die deutsche Hip-Hop-Szene hergibt. Ab und zu spuckt sie auch mal Ami-Hip-Hop aus.

Vielen Dank für das Gespräch. Ich wünsche dir weiterhin noch viel Spaß bei deinem außergewöhnlichen Hobby.

Christian Gietl

(Quelle: Zentralnerv-Ausgabe 107)