a Felony

Wir sind eine erfolgreiche Band

Abgezockte Preise?
Steht doch an erster Stelle die Frage, wieso der Veranstalter des bayerischen Music-Awards, Michael Jodl (DRMV), auch der Manager der Gewinner-Band a Felony ist; Mutmassungen über Betrug, Bestechung und Beschiss werden angestellt, vor allem wohl von denjenigen, die auch gerne gewonnen hätten. Aber hätte man doch gleich auf die zeitliche Reihenfolge geschaut, denn Michael Jodl wurde erst Manager, nachdem a Felony ihre Trophäe in die Hand genommen hatten. "Die Band hat einfach ein tolles musikalisches Potential", erklärt Jodl, "und ich glaube an den Erfolg dieser modernen Musik." So treffe ich mit dem Sänger Thorsten (22) und dem Bassisten Torben (26) zwei nette Menschen, die einfach nur nette Musik machen wollen. "Und wir sind auch nicht unbedingt auf der Suche nach weiteren Preisen", sagt Thorsten. Trotzdem ist es nicht von der Hand zu weisen, dass der Gewinn des Bayerischen Musikpreises 1998 sowie die Unterstützung durch den Bayerischen Musikfonds ihrer Karriere gut geholfen hat. Denn letztere Unterstützung kriegt nur die Elite der bayerischen Bands, Marke: besonders förderungswürdig. Promoted Millenium-Pop: stark von den 70er-Jahren beeinflußt, z.B. von den den Stones, Beatles oder Doors, aber mit den Möglichkeiten der heutigen elektronischen Musik. A Felony nennt das BritPop

Öffnet mir die Türen
Mit dem Produzenten Klaus Scharff (Fanta 4) holte sich die junge Band einen professionellen Produzenten ins Haus, der nicht nur die persönliche Entwicklung von a Felony beschleunigt hat, sondern auch mit seinem Namen als Türöffner für die Major Labels dieser Welt stehen soll. Zwei Wochen verbrachten die gut aussehenden und stets schick angezogenen Jungs mit Scharff in den Basement Studios in Stuttgart. Harte Arbeit, wenig Freude, aber eine repräsentable Mini-CD mit 6 neusten Songs sind der Erfolg. Mit dieser CD im Koffer reist a Felony nun durch die Lande, spielt in München bei Christiane Herzogs Benefiz-Veranstaltung für MS-Kranke, ist präsent in allen bayerischen Radio- und Fernsehstationen und gewinnt so nebenbei gleich mal den Wochenwettberwerb SWR3 Rockies 99 Anfang Juni 99.

Eigenartige Bewegungen
Es ist ein zeitraubender Akt, so mal schnell bekannt werden zu wollen. A Felony weiß, dass nettes Aussehen und gute Medienpräsenz nur die halbe Miete ist. Weiterhin 2 - 3 mal die Woche in Grettstadt proben und Live-Auftritte absolvieren, so viel es geht. "Wenn wir auf der Bühne stehen, spielen wir eigentlich für uns allein", sagt Thorsten und Torben ergänzt "¼ und bewegen uns manchmal auch ganz eigenartig", was soviel heißen soll wie: diese Band hat Spaß an ihren Konzerten und an ihrer Performance und das kriegt das Publikum auch mit. Egal ob vor einer Kulisse von 20 Leuten oder 2000, wie bei der CD-Präsentation und egal ob allein in einem kleinen Club oder als Support von z.B. den Scycs, durch ihre ehrliche und unbekümmerte Art zeigt a Felony dem Publikum den Spaß, der in ihrer Musik steckt. "Und der Funke springt fast immer über!".

Mit den besten Wünschen für die Zukunft
Und so sitze ich nun da und frage mich mal wieder, ob ich vielleicht die Ehre habe, den Stars von Morgen die Hand zu drücken. Wird diese motivierte junge Band, die alle Möglichkeiten von „Was muss ich tun, um berühmt und reich zu werden?“ in Perfektion nutzt, tatsächlich den Weg an die Spitze schaffen und dort auch angemessen lange verweilen? Erweist sich ihr Weg als der Richtige? Warten wir die Zukunft ab und verfolgen den Fortgang von a Felony.

Petra Lawniczak

(Quelle: Zentralnerv Ausgabe 088)