Chutney - Jazzy Soul

„Subkutan“ ist der medizinische Fachbegriff, wenn etwas unter die Haut geht - und genau das passiert, wenn man die Musik von Chutney hört. Hinter dem Namen stehen die Nürnbergerinnen Christine Scharrer und Wena Müller. Sie bilden seit rund fünf Jahren das Duo, das in seinem Programm Soul, Jazz und Songwriting vereint. Mit Gitarre, Saxofon und einer wunderbar intensiven Stimme ist die Instrumentalisierung eher spärlich. Um so intensiver ist jedoch das Klangerlebnis, das hier entworfen wird. Songwriting ist die Basis, Soulfeeling a la Tracy Chapman ist die Methode, um den Inhalt zu transportieren. Wenas Saxofon wird sparsam, perkussiv aber punktgenau verwendet und ergänzt Chris` hingebungsvolle Gesangsinterpretation. Der permanente Groove der leisen Töne ergreift, nimmt mit und beschäftigt die Gemüter des Publikums - wie man letztens in der Nürnberger Luise feststellen konnte. Zu 80% präsentiert man eigene Songs - thematisch an persönlichen Erlebnissen orientiert. Erlebnisse, die Songschreiberin Chris Scharrer unter anderem einige Zeit lang als Straßenmusikerin gesammelt hat. Man wolle einen lebensbejahenden Aspekt vermitteln, sind sich die Saxofon-Studentin und die musikalische Autodidaktin einig. Man habe vor, sich so ein überregionales Publikum zu erspielen und bald eine CD aufzunehmen. „Niemals aufgeben, auch wenn man über 25 ist“, fasst Wena mit einem Augenzwinkern ihr Motto zusammen. Mit dieser intelligenten Einstellung und der geballten Intensität ihrer Musik scheint der Erfolg eigentlich vorprogrammiert. Bleibt zu hoffen, dass Produzenten und Talentscouts nicht zu dickhäutig für die sensiblen Nadelstiche von Chutney sind. Auf jeden Fall ein subkutaner Geheimtipp - noch!

Ted Hertle

(Quelle: Zentralnerv Ausgabe 092)