DIE PHYXE - HIPHOP LEBT IM UNTERGRUND

Die Phyxe sind im Jahr 2000 MC Acut a.k.a. Andreas Liebel (23) und Produzent/Plattenkratzer DJ Fux a.k.a Christian Kaiser (23) aus Bamberg. Bereits vor fünf Jahren lernen sie sich beim Freestylen auf einer Jam kennen. Da bereits beide in eigenen Rap-Gruppen aktiv waren (Fux war DJ bei den Phrischen Phyxen, Acut war Front-Rapper bei den Scavengers), ergaben sich gemeinsame Auftritte und später ein Demo-Tape („Volles Programm“). Als harter Kern dieser 5-köpfigen Posse kristallisierten sich Acut und Fux heraus und bildeten von nun an eine eigenständige Gruppe namens Phyxe. Mit ihrem neuen Demotape „Verdacht auf HipHop“ im Gepäck, konnten sie aufgrund von Auftritten mit den Massiven Tönen, 5 Sterne Deluxe, Cora E. u.v.m. ein großes Publikum erreichen. Dank ihres Party-Funk-Flows wurden sie zu Stimmungsgaranten im gesamten bayerischen Raum. 1998 wurden dann ihre Tracks „Hofnarr“ und „Traumjob“ auf bundesweit vertriebenen Samplern veröffentlicht. In Eigeninitiative eröffneten die Phyxe zeitgleich die regionale HipHop Sampler-Reihe „Franken Funk 1+2“, die unbekannteren Gruppen die Möglichkeit gab, sich zu präsentieren. Auch die aktuelle CD „Phyxe Files“ (unbedingt rein hören!!!), die komplett im eigenen Tonstudio BRUTKASTEN produziert und aufgenommen wurde, lässt sich getrost in die „HipHop-Schublade“ stecken - auch wenn der Fuchsschwanz noch rausschaut ...

Dieser Ausschnitt aus der Phyxe-Promomappe sagt wohl schon das wichtigste über die beiden cleveren Phyxe aus. Mit viel Gelassenheit, Selbstbewusstsein und Engagement gehören sie seit 1995 zu den Vorreitern, der Avantgarde der fränkischen HipHop-Szene. Noch bevor es in Deutschland eine richtige Szene gab, beschäftigten sich die Jungs mit dem Produzieren und Texten von HipHop-Tracks. Von Anfang an waren sie nicht nur Artists, sondern auch ihre eigenen Manager, Veranstalter und Herausgeber einer sehr erfolgreich verkauften Samplerreihe. Props (Respekt) für ihre Arbeit bekamen sie in den letzten Jahren nicht nur von Kollegen aus der Region, sondern auch von namhaften Künstlern, mit denen sie gemeinsame Auftritte hatten und von der Presse. Ihre Herkunft können und wollen sie nicht verbergen: MC Acut´s fränkischer Akzent ist nicht zu überhören. „Natürlichkeit ist das Wichtigste. Wir verstellen uns nicht! Warum auch?“, so DJ Fux.

Mit ihrem Namen stehen die Phyxe voll und ganz hinter dem Underground. Ihrer Meinung nach lebt der HipHop immer noch im Untergrund, wie sie es in einem ihrer Songs sehr klar und tiefsinnig beschreiben. „HipHop lebt gesund im Untergrund und zwar nur dort, wo Kreativität entsteht - Brutkasten heisst der Kurort“ (aus „Rock on“).
MC Acut: „Im Underground entstand diese Kultur. Es waren die sogenannten Straßen-Kids, die sich vor 20 Jahren versammelten, die ersten Rhymes kickten, tanzten, Bilder an Wände malten. Sie ließen - wenn auch nur aus Langeweile - ihrer Kreativität freien Lauf, da sie in dieser Zeit noch nicht so extrem von Medien und Normen gelenkt wurden. Doch als man den Kommerz im Rap entdeckte, änderte sich vieles. Die eigenen Ideen, das Individuelle der jungen Leute ging verloren. Es wurde ihnen vorgesetzt: „Das ist HipHop! So macht man HipHop! Und dies und das müsst ihr kaufen, um HipHop zu sein!“ Die deutsche HipHop Szene ist hierfür ein gutes Beispiel, seit HipHop hier zum Trend geworden ist, sind viele zu diesem Kreis dazu gestoßen, die nicht einmal wissen, wer PUBLIC ENEMY sind und immer noch das „Yo,Yo - wuz up-Gangsta-Getue“ drauf haben. Deswegen weiß ich, dass wir von der „Alten Schule“ noch zum Underground gehören, weil wir wissen, wovon wir reden.“


Die Phyxe sehen das ganze „HipHop-Ding“ wie einen Baum: die Krone dieses Baumes sehen sie als den Mainstream, da diese gerade, ohne Umwege nach oben wächst. Sich selber sehen sie als einen Ast, der aus diesem Baum ausgeht. Die gleichen Wurzeln, aber verschiedene Richtungen, in die sie wachsen. Um diesem „Wachstums-Prozess“ aus dem Weg gehen zu können, muss man selber aktiv werden, meinen die Phyxe. Besonders in unserer Region, denn Nürnberg ist nun mal keine Medienstadt. „In Nürnberg und Umgebung haben kompetente Leute gefehlt, die gute Jams organisierten. Deswegen haben wir das ganze selber in die Hand genommen und hier und da mal eine Jam organisiert, auf der die MCs und DJs die Möglichkeit hatten, ihr Können zu beweisen.“

Zur Zeit basteln die Phyxe an neuem Demomaterial, so was wie eine EP, auf der folgende vier Tracks zu hören sein werden: HipHop lebt im Untergrund / Kinder der Zeit / Rock on / Hofnarr

Wenn ihr mehr Info über die Bamberger PHYXE braucht, mal in ihre CD reinhören wollt oder ´nen fetten Act für eine Jam sucht, dann schaut auf jeden Fall mal auf die Internetseite der Jungs oder holt euch weitere Infos aus der Musikzentrale Nürnberg oder bei Parvenü (Telefon 0911-2027660).
Elnaz (i.A. Parvenü)

Website: phyxe
E-mail: phyxe@hotmail.com


(Quelle: Zentralnerv Ausgabe 092)