Die Band um den charismatischen Frontmann Björn Wagner, der es sich antut, das Lehramt für Geschichte und Deutsch zu studieren und dem Komponisten und Gitarristen Andy Weber hat in den drei Jahren, nachdem sie den Übungsraum erstmals verließen, im Grossraum Nürnberg-Fürth-Erlangen schon alle verfügbaren Kleinkunst- und Kneipenbühnen abgegrast. Im Strohalm in Erlangen zählt man sie schon zu den Hausbands, aber das Klüpfel, der Schmelztiegel, der Palmengarten und zuletzt die Cultfactory gehörten zu den mehr als 40 Stationen, bei denen sich die Band schon ein ansehnliches Livepublikum erspielt hat. Das ist verwunderlich, denn in eine Kids-Culture-Schublade passt das Songmaterial, das melodiös und songorientiert ist, nicht. Wie Andy betont, der die Songs zu Hause kreiert und sie dann im Übungsraum vorstellt und der Crew durchaus eine eigene Kreativität zusteht, ist seine Favourite-Band nicht irgend ein Megaseller aus den Formatradiocharts, sondern Luigi`s Homecooking mit Franz Hajak. Obwohl man ins Liveprogramm schon auch mal eine Coverversion von Otis Redding oder Fury in the Slaughterhouse nimmt, hört man auf der ersten 4-Track-Demo-CD eine unüberhörbare Eigenständigkeit. „Es geht uns um eine vielschichtige, nach allen Seiten offene Musik, die Stimmungen festhält, manchmal können da auch jazzige Einflüsse nötig werden“, sagt Andy.
Im Moment wollen sie sich einfach hier in Mittelfranken mal durchsetzen und vor allem ein „neutrales, aufnehmbares“ Publikum ansprechen, das nicht nur am Tresen lehnt und Becks-Bier säuft. Dafür stellen sie sich sehr flexibel auf die Bühne oder die jeweilige Location ein. „Wenns sein muss, spielen wir, obwohl wir eine ganz normale Rockbesetzung haben, fast schon mal wie unplugged.“ Dieses von ihnen definierte Wunschauditorium fanden sie am 30. November im E-Werk in Erlangen vor, wo sie ihren bisher schönsten Liveauftritt hatten. Vom äußeren Druck irre machen lassen sie sich auf keinen Fall, da steckt man auch mal einen Gig weg, zu dem nur 10 Leute gekommen sind. Schließlich ist die Band seit 1996 in immer gleicher Backline unterwegs und deshalb kann sie sich auch noch Zeit lassen mit dem ersten Longplayer, der kommen wird, ganz bestimmt.