Karan

Leise Lieder, lautes Herz

Privat ein „supersonic butterfly“ (diesen Nickname fing sie sich bei ihrem mehrjährigen Aufenthalt in England ein), quirlig, kurzentschlossen, bisweilen überdreht – ist Karan auf der Bühne und auf Platte eine Meisterin der eher leisen Töne.

Live reicht ihr eine akustische Gitarre zum Gesang, auf CD kommt nur wenig mehr dazu: hier eine flirrende Querflöte, da ein klagendes Cello, vielleicht eine Schlitztrommel, eine sanfte Djembe oder ein einsamer Schellenkranz. Selbstverständlich alles selbst komponiert, getextet, gesungen und gespielt – das lauteste an dieser ungewöhnlichen Liedermacherin ist ihr Herz.

Das spricht bzw. singt mit klarer Stimme, entwaffnend offen, die Textzeilen sind ebenso schlicht wie ergreifend – man unterschätzt sie leicht, diese Tiefstaplerin des guten Geschmacks – aber ehe du dich´s versiehst, fängt deine Seele an zu fliegen, pocht deine Pumpe den stillen Takt der Sehnsucht mit... Am Schluss sitzt du da mit nassem Gesicht und alles, was du willst, ist: noch eins, noch so ein Lied.

Von denen hat sie viele, sie singt vom Wechsel der Jahreszeiten wie vom Wechselbad der Gefühle, vom Wachsen und Gedeihen und Sterben, von Angst und von Lust. Lächelnd, zwischen Freude und Hoffnung, zupft Karan ihre kleine Gitarre, singt ihre Verse vom Leben, mitten aus dem Leben, unpathetisch und direkt dir mitten ins Herz, und das mit einer Ehrlichkeit, die ihresgleichen sucht. Zuhause in Würzburg bringt sie das durchaus auch mal im (größeren) geselligen Kreis am Lagerfeuer, umringt von 50 oder 100 Leuten, die nicht selten mitsingen.

Nach der gelungenen Produktion ihrer ersten CD „Lieder, die die Erde singt“ hat sie jetzt ihr definitives Live-Programm zusammengestellt: Unter dem Titel „Leise Lieder“ wird sie demnächst auf den Bühnen der Region zu sehen und zu hören sein.
Kontakt: www.troubadoura.de

Duke Meyer

(Quelle: Zentralnerv Ausgabe 101)