Innen gut, außen mit Hut – so präsentieren sich die Rockin` Lafayettes grundsätzlich auf der Bühne. Bandphilosophie eben. Und neben den Hüten kommt auch der Sound mehr als ansprechend von dem Trio, das derzeit den Bandbeschluss, einen Schlagzeuger aufzunehmen, umzusetzen versucht.
Als Hobo Blues und Pin Up Jazz bezeichnet Jimmi H.B. Lafayette alias Hannes Bernklau, Mastermind und einziges verbliebenes Original aus der Urbesetzung der seit 1986 bestehenden Band, den Stil. Fakt ist: Es rockt und rollt, groovt und kesselt, wenn die Lafayettes aufspielen, egal wie man es etikettiert. Die ersten Auftritte spielte man damals als Vorband des Fränkisch-Rockabilly Sängers Rockin` Robert. Eddie Tayler, bekannt durch sein Buch „Verrockte Tage“, eine weitere Szenegröße aus der Rock`n Roll Zeit der achtziger Jahre, gehörte auch mal dazu. Bernklau, der aus einer Musikerfamilie stammt und seinen professionellen Anspruch hartnäckig verfolgt, nennt Billie Holliday, John Lee Hooker und Django Reinhard als seine wichtigsten Inspirationsquellen. Was sich zunächst ungewöhnlich für die klare Rock`n Roll Orientierung der Band anhört, spiegelt sich doch im vollen Programm wieder. Einflüsse aus Blues, Hillbilly, Swing, Ragtime und Bluegrass bis hin zum Worksong werden gekonnt mit der Liebe zum Rock`n Roll verwoben und prägen so die eigene Handschrift des Trios. Lässig präsentiert, im dreistimmigen Chorgesang mit einer Prise Gangsterfeeling und der Coolness von Cowboys swingt man sich im Low-Fi-Ambiente gen Sonnenuntergang.
„Pläne? Klar haben wir die!“
„Wir spielen derzeit etwa einen Gig pro Monat“, so Bernklau und hält das für steigerungsfähig. Auch damit man mal aus der unteren Gagenklasse rauskomme und eine CD-Produktion ins Auge fassen könne. Und natürlich muss der Schlagzeuger eingearbeitet werden, wenn er denn gefunden wird. Beim letzten Auftritt im Fünfeckturm war der gebuchte Drummer nicht erschienen. Aber das war sowieso einer jener Tage, an denen man besser gar nicht erst aufsteht. Die Monitorboxen waren nicht in Gang zu bringen und die Tasche mit dem Notenordner blieb im Übungsraum liegen. Jede Menge Ärger vor dem Auftritt und trotzdem legen die Lafayettes gelassen eine starke Show auf die Bühnenbretter. Die Professionalität von Jimmi, Al Howl und Herrn Götz schlägt durch, die Fans sind begeistert – so erspielt, nein erarbeitet man sich sein Publikum: in jeder Situation den perfekten Auftritt spielen.
Die langjährige Auftrittsroutine macht sich bemerkbar, wenn die Klassiker wie „Rumble“ oder „Ya Ya“ nach Patchwork-Art zerlegt und so umarrangiert zusammengesetzt werden, dass sich der unverwechselbare Stil der Rockin` Lafayettes abzeichnet. Mal schmachtend soft, mal rotzig frech, aber immer in ihrer Philosophie verhaftet, werden die Bewahrer des echten Rock`n Roll ihrer Professionalität und ihrer ehrlichen, authentischen Rock`n Roll-Musikalität mehr als gerecht.