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ROT IN HELL

Vor etwas mehr als einem Jahr machte ich mich auf nach Kappel bei Bamberg und erlebte ein leider sehr von Pech und schlechtem Wetter erfülltes „Rot in hell 2000“-Festival (mit u.a. Fleshcrawl, Manos, Impending Doom, Cerebrocide, Viu Drakh, The Crestfallen, Repent,...). Doch das Engagement der Veranstalter für die metallische Untergrund-Szene beeindruckte mich so sehr, dass ich nicht umhin kam, mich mit ihnen in Verbindung zu setzen, um sie zusammen mit dem Zentralnerv zu unterstützen.
Als ALLER-ERSTES stellt sich natürlich die Frage, wie ein paar wenige Metal-Freaks aus Bamberg und Umgebung dazu kamen, ein solches Festival wie das „Rot in hell“ ins Leben zu rufen. Matthias Hofmann (Sadistic Blood Massacre, Vampire), der von Anfang an dabei war, wollte schon immer Konzerte veranstalten. „Alleine kann man so was aber nicht aufziehen. Doch dann traf ich ein paar Punks, die dieselbe Idee hatten wie ich. So entschlossen wir uns ein Punk/Metal-Festival unter dem Banner „Revel Rebels-Open Air“ in Kappel zu machen. Das ganze ging über zwei Tage und auch ziemlich Null auf Null aus. Nur blöd war, dass Punker eben nicht gerade sehr arbeitswillig sind und die ganze Arbeit an mir hängen geblieben ist.“ Das verdarb dem Hörtel natürlich die Lust, nochmals so eine Veranstaltung zu organisieren. Doch zum Glück fanden sich in den Jungs von Delirium Tremens doch noch einige kompetente Leute, welche bereit waren, ein anständiges Metal-Festival auf die Beine zu stellen. So kam eins zum anderen und bald stand schon das erste „Rot in hell“-Open Air auf dem Plan. „Die ganze Arbeit und Organisation klappte auch sehr gut. Doch weil an dem ganzen Wochenende Dauerregen war, kamen nur die Hälfte der Leute, die wir benötigt hätten. Deshalb und wegen einiger anderer Kleinigkeiten hatten wir leider 15.000.- DM Verlust. Und leider musste es deswegen heuer ausfallen.“ Ein herber Rückschlag für die Bamberger Underground-Freaks.
Um aber künftig solche Veranstaltungen auf solider Basis finanzieren zu können, gründete man eigens für die „Rot in hell“-Festivals einen allgemeinnützigen Verein (Verein zur Förderung der Jugendmusikkultur), dessen Einnahmen komplett in die Veranstaltung von Konzerten fließen. „Bei unseren Konzerten haben regionale und überregionale Underground-Bands die verdiente Chance, mit internationalen und bekannten Metal-Bands gemeinsam aufzutreten. Es liegt letztendlich also in Euren Händen, diese Idee mitzugestalten und mitzutragen. Unterstützt unser Projekt.“ ...und unterstützt dadurch die Szene.
Die Konkurrenz und die Probleme für so einen engagierten Veranstalter-Haufen sind aber leider sehr vielfältig: „PC, Discos, Regen, spießige Behörden, zu wenig zahlende Gäste, überzogene Gagenforderungen von größenwahnsinnigen Bands, Bravometaller,... Doch die Leute, die noch wirklich mit der Szene verbunden sind, trifft man dafür auf jedem Konzert oder in Kneipen, egal wie weit weg.“
Nach einigen kleineren Konzerten (u.a. Profanity, Eminenz,...) konnte der geneigte Headbanger im September mit dem „Scheuna in hell“-Festival erstmals wieder ein kleines Metalfest in der Nähe von Bamberg besuchen. In gar nicht allzu ferner Zukunft sind außerdem auch schon wieder Konzerte in Planung. „Im Herbst im Bamberger Juz ein Konzert mit Goddess Of Desire, den Angry Angels, Wizard und Delirium Tremens. Und wir haben noch einen besonderen Leckerbissen für alle Underground-Freaks in der Hinterhand. “Nächstes Jahr wird es auf jeden Fall auch wieder ein „Rot in hell“-Open Air geben. Unter den Wunschbands finden sich solch illustre Namen wie Napalm Death, Dismember, Behemoth, Defleshed, Manos,... „Wir haben auch noch viele Unbekannte, die hammergeil sind. Das ist immer das Blöde, weil die Leute die Bands nicht kennen und dann auch nicht kommen. Aber wir wollen uns so einen Namen aufbauen, dass die Leute wissen, dass wir immer gute Bands haben. Sie sollen sagen: „Wow! Ich hab zwar nicht alle Bands gekannt, aber das war geil, da gehe ich wieder hin.“
Bands (Death, Grind, Black oder Thrash Metal), die Bock haben, mal bei richtig geilen Metal-Festivals oder Konzerten aufzutreten, schicken ihr Info- und Demomaterial am besten an unten stehende Adresse. Für alle anderen gilt: „Glotze aus, Füß‘ vom Tisch, Arsch von der Couch, lasst die Alte liegen und kommt zu unseren Konzerten!“ Support the Underground!

Rede und Antwort standen Hörtel, Ralf und Manni.


(Quelle: Zentralnerv Ausgabe 098)