mars mushrooms

beyond 2001 ... auf dem Weg zur Kultband 2003

Innerhalb kürzester Zeit haben sich die sechs Jungs von "mars mushrooms" vom Geheimtipp unter Kennern hochgehangelt zu einer Band, die das Zeug zu einer internationalen Karriere hat. Nach drei CDs in den letzten drei Jahren, vor allem der letzten überaus erfolgreichen Maxi-CD "beyond 2001", starten sie nun 2003 mit einem Live-Album durch: aufgenommen bei einem "Heimspiel" in den "Ansbacher Kammerspielen" vor über 300 restlos begeisterten Fans! Denn die "Mars Pilze" sind definitiv eine Live-Band, ihre überschäumende Spielfreude, ihr Ideenreichtum und ihre Improvisationskunst gehen bei jedem Konzert unter die Haut. Sie spielen mit ihren Songs und Kompositionen, die sich verändern und weiterentwickeln und dennoch Hit-Potenzial haben und immer tanzbar bleiben.

"Es gab so viele Fans, die uns nach einem Live-Album fragten und die meinten, im Studio aufgenommene Tracks hätten bei weitem nicht den Reiz und die Ausstrahlung der Stücke, wenn wir sie vor Publikum interpretieren", meint Christoph Hoffmann von den Pilzen. „Aufgenommen haben wir mit einer digitalen Audioworkstation in Form eines Mac G4 mit RME Interfaces und Logic Audio. Als Mischer holten wir Philip Lewis vom Studio Plan 1 aus München“.
Wer die Band noch nicht im Konzert erlebt hat, wird auch die Studio-CDs überzeugend und mitreißend finden. Der Song "Sea Of Tears" von der "beyond 2001" hat absolutes Hit-Potenzial und wurde auch nicht umsonst auf die CD "Franken Rockt Vol. 3" compiled. Aber es gibt Bands, die man eben auch live erleben muss, was wären z.B. "Grateful Dead" ohne ihre zahlreichen Konzert-Mitschnitte? Hätte man je den Reiz dieser Gruppe erfasst, wenn man nur Studioproduktionen zu hören bekommen hätte?
Mit der "Live-CD" im Gepäck werden die mars mushrooms in diesem Jahr im Sommer auf vielen Open Air Festivals zu hören sein und vorher stehen auch noch einige Club-Gigs auf dem Programm. "Im Juni planen wir dann das zweite Mal mit einer US-Band, den „Jerry Joseph and the Jackmormons“, in Deutschland auf Tour zu gehen. Wir haben uns über „Vacuum“ (eine europäische Phish Mailingliste) und das Team von www.ebong.org kennen gelernt und kooperieren gerne mit anderen Musikern und bereiten auch Kontakte vor, um in den USA zu spielen. Letztes Jahr waren wir bereits mit „kiss the frog“ unterwegs, unter anderem auch in Berlin, und von dieser Zusammenarbeit versprechen wir uns auch noch einiges." Christoph, Bassist der mushrooms, fädelt derartige Kontakte ein und ist in der Band hauptsächlich für promotion, marketing, sponsoring und booking zuständig. Die anderen kümmern sich um ebenso wichtige Bereiche wie Sound, Technik, Grafik, Web-Präsenz usw. Wichtige Entscheidungen werden natürlich vorab immer gemeinsam besprochen. Eine Aufteilung, wie sie übrigens die meisten erfolgreichen Bands haben, um effektiv arbeiten zu können. "Ich kann mir sehr gut vorstellen, nach meinem Studium eine "Management Agentur" zu betreiben und da ließen sich auch BWL und Musik ganz gut verbinden, obwohl man ja einem Musiker zuerst so etwas wie Betriebswirtschaftslehre nicht zutraut. Mit meinem Studienfach stoße ich öfters mal auf Unverständnis, aber mir liegt eben beides." Genau! Was hatte Mick Jagger damals studiert? Und was wären die "Rolling Stones" ohne ihren cleveren Geschäftsmann, der bis heute alle Verträge selbst aushandelt?
"Ich bin auch hochmotiviert, den von der "musikzentrale" geplanten CD-Vertrieb mit auf die Beine zu stellen. Für neue Bands wird der Markt ja immer enger, der Handel konzentriert sich nur noch auf große Umsatzzahlen und bekannte Künstler, dann muss man eben neue Strukturen schaffen und neue Independent-Vertriebswege suchen." Noch starten die mushrooms ihre CDs mit 500er Auflage, doch das soll sich in diesem Jahr noch gehörig ändern. Das Zeug dazu, um ein größeres Publikum anzusprechen, haben sie auf jeden Fall: nicht nur musikalisch sondern auch organisatorisch. Erfahrung mit großen Bühnen ist durchaus vorhanden, sie spielten bereits auf einigen großen Bühnen vor Tausenden von Leuten und wussten zu überzeugen, wie z.B. im Hirsch auf der NN-Rockbühne vor 2000 Leuten oder auf den vielen Festivals im letzten Jahr (Woodstock Open Air/Dornstadt, Immeldorf Open-Air, Uni-Open Air Bayreuth usw.) Und weitere Pläne haben sie auch gleich noch: während die neue Live-Scheibe im März herauskommen wird, nehmen sie bereits neue Titel auf. Diesmal im „audio landscape-Studio“ in fünf großen Aufnahmeräumen, die es ihnen ermöglichen, trotzdem live zu spielen und auch zu improvisieren: Digeridoo mit Funk, Jazz und psychedelischen Elementen zu verbinden oder Rock, Blues und Latino-Anleihen auf eine vietnamesische Maultrommel treffen zu lassen, eben ganz im Sinne des amerikanischen Phänomens „Jam-Bands“, das mit den Grateful Dead angefangen hat und durch Bands wie Phish oder Widespread Panic weitergeführt wird.
Weitere Infos unter www.marsmushrooms.de

Dieter Weberpals

(Quelle: Zentralnerv Ausgabe 105)